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GOTTFRIED KELLER
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Sommernacht

Gedicht von Gottfried Keller mit kurzer Interpretation

Dieses bekannte Sommergedicht erzählt vom Spätsommer und von einem Brauch in der Heimat des Dichters. Einem Erntedankfest, das gute Taten lobt, aber auch das anschliessende Fest für die Arbeitenden, die schlemmen und schwärmen dürfen.

Sommernacht

Es wallt das Korn weit in die Runde,
Und wie ein Meer dehnt es sich aus;
Doch liegt auf seinem stillen Grunde
Nicht Seegewürm noch andrer Graus:
Da träumen Blumen nur von Kränzen
Und trinken der Gestirne Schein.
O goldnes Meer, dein friedlich Glänzen
Saugt meine Seele gierig ein!

In meiner Heimat grünen Talen,
Da herrscht ein alter schöner Brauch;
Wann hell die Sommersterne strahlen,
Der Glühwurm schimmert durch den Strauch:
Dann geht ein Flüstern und ein Winken,
Das sich dem Ährenfelde naht,
Da geht ein nächtlich Silberblinken
Von Sicheln durch die goldne Saat.

Das sind die Bursche, jung und wacker,
Die sammeln sich im Feld zuhauf
Und suchen den gereiften Acker
Der Witwe oder Waise auf,
Die keines Vaters, keiner Brüder
Und keines Knechtes Hilfe weiß –
Ihr schneiden sie den Segen nieder,
Die reinste Lust ziert ihren Fleiß.

Schon sind die Garben fest gebunden
Und schön in einen Kranz gebracht;
Wie lieblich flohn die stillen Stunden,
Es war ein Spiel in kühler Nacht!
Nun wird geschwärmt und hell gesungen
Im Garbenkreis, bis Morgenduft
Die nimmermüden, braunen Jungen
Zur eignen schweren Arbeit ruft.

(Gottfried Keller, 1819-1890, schweizer Dichter)

aus: Neuere Gedichte, Jahreszeiten, 1851-1854.



KURZE INTERPRETATION

Das Korn bewegt sich wie die Wellen des Meeres. Es wogt und dehnt sich aus. Wir spüren die Weite aus diesen ersten Zeilen, den Bezug zum Himmel. Entgegen des richtigen Meeres gibt es in diesem "Korn-Meer" aber nicht allerlei Getier, sondern Blumen, aus denen man Kränze basteln kann für die Liebste. Das Sternenlicht zaubert eine romantische Stimmung, die im Dichter eine Sehnsucht berührt. Er denkt an seine Heimat und an einen Brauch.

Es geht um eine gute Tat. Die Burschen schneiden nachts das Getreide auf den Äckern von Witwen und Waisen, die keinen Mann im Hause haben für die schwere Arbeit. Sie tun das anscheinend mit Freude (die reinste Lust ziert ihren Fleiss).

Nach der Arbeit gibt es ein Fest und es darf gesungen und vor allem geschwärmt werden. Womöglich hatte so manche Witwe eine hübsche Tochter, die man mit guten Taten beeindrucken wollte. Vielleicht ging es auch darum, die schönste Garbe, den schönsten Kranz zu kreieren.

Ob dieser Brauch tatsächlich existiert hat, ist ungewiss. Ich selbst kenne ihn nicht. Ende September gibt es ein Erntedankfest, das "Sichlete" genannt wird. Die Sichlete ist ein altes Berner Fest. Der Name entstammt vom Werkzeug (Sichel), welches für das Schneiden des Getreides genutzt wurde. An dieser Sichlete gab es für Knechte, Mägde und Taglöhner nach den harten Strapazen der Erntezeit genug zu essen und zu trinken.

Es kann sein, dass Keller tatsächlich den Brauch erlebt oder von seinen Vorfahren erzählt bekommen hat. Es kann auch sein, dass er die Idee aus einer Geschichte bezogen hat. Auch in der Bibel findet sich eine Stelle über das Ährenschneiden:

„Wenn Du deine Ernte auf deinem Feld einbringst und du hast eine Garbe auf dem Feld vergessen, sollst du nicht umkehren um sie zu holen. Für den Fremden, für die Waise und für die Witwe soll sie sein.“ (5. Mose 24,19)

(© Monika Minder, 9. Juli 2021)






Gottfried Keller wurde 1819 in Zürich geboren.

Er begann 1834 eine Lehre als Lithograph. In dieser Zeit entstanden auch erste Landschaftszeichnungen. Die ersten Gedichte entstanden 1843. 1845 erschienen dann die ersten Publikationen "Lieder eines Autodidakten" und 1846 der Band "Gedichte".

1855 erscheint der "Grüne Heinrich", ein Roman, der nebst Goethes Wilhelm Meister und Adalbert Stifters Nachsommer als einer der bedeutensten Bildungsromane der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts gilt.


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