Im Grase
Sommergedicht - Annette von Droste-Hülshoff - Gedicht
Hier erhalten Sie ein schönes Sommergedicht
Sommergedicht
Im Grase
Süsse Ruh, süsser Taumel im Gras,
Von des Krautes Arom' umhaucht,
Tiefe Flut, tief, tief trunkne Flut,
Wenn die Wolke am Azure verrauscht,
Wenn aufs müde schwimmende Haupt
Süsses Lachen gaukelt herab,
Liebe Stimme säuselt und träuft
Wie die Lindenblüt' auf ein Grab.
Wenn im Busen die Toten dann,
Jede Leiche sich streckt und regt,
Leise, leise den Odem zieht,
Die geschlossne Wimper bewegt,
Tote Lieb, tote Lust, tote Zeit,
All die Schätze, im Schutt verwühlt,
Sich berührend mit schüchternem Klang
Gleich den Glöckchen, vom Winde umspielt.
Stunden, flüchtiger ihr als der Kuss
Eines Strahls auf den trauernden See,
Als des ziehnden Vogels Lied,
Das mir niederperlt aus der Höh,
Als des schillernden Käfers Blitz
Wenn den Sonnenpfad er durchheilt,
Als der flüchtige Druck einer Hand,
Die zum letzten Male verweilt.
Dennoch, Himmel, immer mir nur
Dieses eine nur: für das Lied
Jedes freien Vogels im Blau
Eine Seele, die mit ihm zieht,
Nur für jeden kärglichen Strahl
Meinen farbig schillernden Saum,
Jeder warmen Hand meinen Druck
Und für jedes Glück einen Traum.
- Annette von Droste-Hülshoff 1797-1848, deutsche Schriftstellerin -
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